Autoren & Klinik

Alper Aktosun

DDS

Ecem Kahya

DDS, PhD

Sina Saygılı

DDS, PhD

Zugehörigkeit aller: Universität Istanbul, Abteilung für Prothetik

Dieser klinische Fall wurde von einem interdisziplinären Team aus Implantologie und Prothetik durchgeführt. Ziel war die Rehabilitation eines zahnlosen Oberkiefers mithilfe eines implantatgetragenen Full-Arch-Konzepts.

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Fallinformationen

Eine 67-jährige Patientin stellte sich mit mehreren insuffizienten Kronenversorgungen sowie einer fortgeschrittenen Parodontitis vor. Die klinische Untersuchung zeigte eine erhöhte Zahnlockerung sowie Sensibilität an mehreren Zähnen. Obwohl die Patientin keine ausgeprägten ästhetischen Bedenken äußerte, wurde die funktionelle und biologische Prognose der verbleibenden Dentition als ungünstig beurteilt. Daher wurde die Extraktion der verbleibenden Zähne indiziert, um eine prothetische Rehabilitation zu ermöglichen. Vor dem chirurgischen Eingriff wurde eine Cone-Beam-Computertomographie (CBCT) (Morita Veraview 3D; J. Morita Corp) angefertigt, um die vorhandene Knochenanatomie zu beurteilen und die Implantatplanung zu erleichtern. Basierend auf den klinischen und radiologischen Befunden wurde eine Full-Arch-Rehabilitation nach dem All-on-4-Konzept geplant. Zur prothetisch geführten digitalen Planung wurden intraorale Scans sowohl mit den bestehenden Restaurationen als auch nach deren Entfernung durchgeführt. Die digitalen Abformungen wurden mit einem Intraoralscanner (Alliedstar Sensa; Alliedstar Co) erstellt (Abb. 1–3).

Fallinformation

Unter Verwendung der aus der Cone-Beam-Computertomographie gewonnenen DICOM-Daten sowie der STL-Dateien aus den intraoralen Scans wurde eine virtuelle Implantatplanung gemäß dem All-on-4-Behandlungskonzept durchgeführt. Die Datensätze wurden in eine Implantatplanungssoftware (Exoplan 3.1; Exocad GmbH) importiert, wobei Implantate von Straumann (Straumann AG) ausgewählt wurden. Die Implantatpositionen und -angulationen wurden nach prothetisch orientierten Prinzipien festgelegt und digital überprüft, um einen optimalen prothetischen Raum, eine günstige biomechanische Lastverteilung sowie ein adäquates Emergenzprofil sicherzustellen (Abb. 4). Die Positionen der Fixationspins wurden bereits in der virtuellen Planungsphase definiert, um die Stabilität der chirurgischen Schablone während des Eingriffs zu erhöhen. Basierend auf der finalisierten Planung wurde mittels CAD-Software eine chirurgische Bohrschablone konstruiert und anschließend mit einem 3D-Drucksystem (Asiga MAX UV; Asiga) unter Verwendung eines biokompatiblen Schablonenmaterials (DentaGuide; Asiga) gefertigt. Die Schablone wurde anschließend gemäß dem Protokoll von SAREMCO Dental nachbearbeitet und vor dem chirurgischen Eingriff desinfiziert (Abb. 5–6).

Fallinformationen

Die chirurgische Bohrschablone wurde intraoral positioniert und mithilfe von Fixationspins stabilisiert. Anschließend wurden die Osteotomien sequenziell gemäß dem vom Hersteller vorgegebenen Protokoll für geführte Chirurgie durchgeführt. Alle Implantate wurden durch die chirurgische Schablone inseriert, um eine präzise Übertragung der virtuellen Behandlungsplanung in die klinische Situation sicherzustellen (Abb. 7). Die primäre Implantatstabilität wurde mittels Resonanzfrequenzanalyse (Osstell ISQ; Osstell AB) überprüft. Hierbei wurden die Implant Stability Quotient (ISQ)-Werte erfasst, um die Eignung für eine Sofortbelastung zu beurteilen. Die gemessenen ISQ-Werte lagen im akzeptablen Bereich für eine sofortige prothetische Versorgung (Abb. 8). Im Anschluss an die Implantatinsertion wurde eine digitale Abformung mithilfe eines Photogrammetriesystems (Oxo Core; OXO Technology) durchgeführt, um die exakten dreidimensionalen Implantatpositionen zu erfassen. Ergänzend wurde ein Weichgewebescan mit einem Intraoralscanner (Alliedstar Sensa; Alliedstar Co) angefertigt, um die periimplantären Weichgewebskonturen zu dokumentieren (Abb. 9).

Fallinformationen

Die Photogrammetriedaten sowie der intraorale Weichgewebsscan wurden innerhalb der CAD-Software (DentalCAD 3.1 Rijeka; Exocad GmbH) ausgerichtet und zusammengeführt, um ein präzises digitales Arbeitsmodell zu generieren (Abb. 10). Der Scan der bestehenden Restauration diente als Referenz für die Zahnaufstellung, da die Patientin mit der ursprünglichen Ästhetik zufrieden war (Abb. 11). Die okklusalen Beziehungen wurden digital analysiert und entsprechend angepasst, um eine harmonische Artikulation sowie adäquate prothetische Parameter zu erzielen. Zusätzlich wurden die Weichgewebskonturen optimiert, um ein physiologisches Emergenzprofil und eine ausreichende Unterstützung des periimplantären Gewebes sicherzustellen. Nach der finalen Überprüfung von Ästhetik, Okklusion und prothetischen Designparametern wurde die provisorische Full-Arch-Restauration als STL-Datei exportiert (Abb. 12).

Fallinformationen

Das Provisorium wurde in die Drucksoftware (Composer; Asiga) importiert. Dort wurde die Restauration auf der Bauplattform ausgerichtet, und die Stützstrukturen wurden auf der okklusalen Oberfläche generiert, um Verzerrungen der Intagliofläche sowie kritischer prothetischer Schnittstellen zu minimieren (Abb. 13). Anschließend wurde der passende Materialparametersatz aus der Herstellerdatenbank ausgewählt. Die Fertigung erfolgte mit einem 3D-Drucksystem (Asiga MAX UV; Asiga) unter Verwendung eines Permanentkronen-Resins (CROWNTEC; Saremco Dental AG) gemäß den vom Hersteller empfohlenen Druckparametern (Abb. 14). Nach dem Druck wurde die Restauration von der Bauplattform gelöst. Die initiale Reinigung erfolgte in einem Ultraschallbad für 3 Minuten unter Verwendung einer Reinigungskonzentratlösung (saremco print CLEANING CONCENTRATE; Saremco Dental AG) (Abb. 15). Anschließend wurde die Restauration gründlich mit warmem Wasser gespült, und überschüssiges Resin wurde mittels Druckluft entfernt. Die finale Polymerisation erfolgte in einem UV-Lichthärtungsgerät (Otoflash G171; NK-Optik GmbH) mit 2 × 2000 Lichtblitzen, wobei die Restauration zwischen den Belichtungszyklen gedreht wurde, um eine gleichmäßige Polymerisation sicherzustellen (Abb. 16).

Fallinformationen

Nach der Nachpolymerisation wurde die provisorische Restauration ausgearbeitet und poliert, um eine hochglänzende Oberfläche zu erzielen. Die Stützstrukturreste wurden sorgfältig entfernt, und kleinere Oberflächenunregelmäßigkeiten wurden entsprechend nachbearbeitet. Die Politur erfolgte mit sequenziell eingesetzten Polierinstrumenten, darunter rotierende Polierbürsten und Silikonpolierer, gemäß den Empfehlungen des Herstellers (Abb. 17). Dabei wurde darauf geachtet, die okklusale Morphologie zu erhalten und die Integrität der Intagliofläche nicht zu beeinträchtigen. Durch die Hochglanzpolitur konnten die Ästhetik optimiert, die Plaqueanlagerung reduziert und der Patientenkomfort vor der Eingliederung verbessert werden. Die provisorische Full-Arch-Prothese wurde anschließend eingesetzt und mithilfe von Prothetikschrauben entsprechend den vom Hersteller empfohlenen Drehmomentwerten fixiert. Die Schraubenkanäle wurden mit Polytetrafluorethylen-(PTFE)-Band und Komposit verschlossen (Abb. 18). Eine postoperative Röntgenaufnahme wurde angefertigt, um den passiven Sitz der Prothese zu überprüfen und die korrekte Positionierung der Abutments sowie der prothetischen Komponenten zu bestätigen (Abb. 19).

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